Pädagogische Arbeit

Unser Pädagogischer Ansatz

 

Unser Anliegen ist es, familienergänzend den Bildungs- und Erziehungsprozess der Kinder zu begleiten. Die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit ist der am Kind orientierte “Lebensbezogener Ansatz”.  Im Zentrum dieser Pädagogik steht das ganzheitliche, aktive Erleben der Kinder mit allen Sinnen. Die Erzieher orientieren sich dabei an den aktuellen Bedürfnissen und Interessen sowie Stärken eines jeden Kindes. Sie gestalten herausfordernde Lernumgebungen und Lernsituationen und begleiten so die Selbstbildungsprozesse der Kinder. Indem wir Bildungsthemen der Kinder aufgreifen und ihnen Themen aus pädagogischer Sicht anbieten, unterstützen wir den Erwerb von wichtigen Kompetenzen in und für verschiedene Lebenssituationen.

 

Was verstehen wir unter dem Begriff “lebensbezogene Arbeit” in unserem Kindergarten?

  • das Leben eines jeden Kindes im Blick haben
  • die zentrale Methode des Ansatzes ist das aktive Erleben der Kinder
  • die Natur und Umwelt mit allen Sinnen wahrnehmen
  • das Spiel, als Haupttätigkeit der Kinder, ist dabei ein wichtiger eigenständiger Lernprozess
  • durch verschiedene Aktivitäten wichtige Kompetenzen erwerben
  • Alltag erleben
  • Bedürfnisse anderer respektieren
  • Gefühle wahrnehmen und ausdrücken können
  • Erfahren, dass das Aufzeigen von Grenzen und die Einhaltung von Regeln im Zusammenleben wichtig und notwendig sind
  • Menschen in ihrer Kultur und Menschen mit Besonderheiten achten und respektieren
  • Leben mit Ritualen und Traditionen, Festen und Feiern

 

Wir arbeiten nach dem bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan (BEP).

Unsere Arbeit umfasst drei Säulen:

 

Bildung  -   Erziehung  -  Betreuung.

 

Wir sehen das Kind ganzheitlich. Gerade in den ersten Lebensjahren stehen Denken, Fühlen, Wollen und Handeln in einem engen Zusammenhang. Sie beziehen sich aufeinander und beeinflussen sich gegenseitig. Das Kind nimmt seine Umwelt ganzheitlich und vielfältig wahr. Es erlebt und handelt auf vielseitige Art und Weise. Wir begleiten das Kind in seiner Entwicklung, dass es lernt es selbst zu tun. Lernen ist ein lebenslanger Prozess.

 

Kreative Angebote

Im Kindergarten können die Kinder ihre Kreativität vielseitig ausleben, erfahren und erweitern. Die Fantasie wird durch freies Gestalten beim Malen und Basteln, Spielen in der Natur, Experimentieren mit verschiedenen Materialien und Umsetzen eigener Ideen entwickelt. Die Kinder haben Spaß dabei, etwas Eigenes herzustellen und zu entwerfen. Angeleitete und vorbereitete Bastelangebote erweitern das kreative Angebot im Kindergarten.

 

Umwelt- und Naturerfahrungen

Die Kinder sollen ihre Umwelt und die Natur vielfältig erforschen, entdecken und kennenlernen. Durch unsere regelmäßig stattfindenden Waldtage und Spaziergänge, können die Kinder verschiedene Naturvorgänge bewusst erleben, Probleme erkennen (z.B. Umweltverschmutzung) und Zusammenhänge in der Natur begreifen. Experimente mit den Elementen runden das Angebot im Kindergarten ab.

 

Musikalische Erziehung

Die Kinder erlernen und singen im Kindergarten Lieder zu verschiedenen Themenbereichen, hören Musikwerke an, gestalten Klanggeschichten, spielen und experimentieren mit Orff-Instrumenten, lernen rhythmisch zu klatschen, fertigen selbst Instrumente an. Sie sollen viel Freude und Spaß an der Musik haben.

 

Bewegungserziehung

Für alle Lernschritte im Leben eines Kindes ist eine ausreichende Bewegung wichtig. Die Kinder haben Spaß an der Bewegung. Sie fördert und stabilisiert die Grob- und Feinmotorik und das Gleichgewicht. Die Geschicklichkeit wird geschult und der Bewegungsdrang wird ausgelebt. Gezielte Angebote in der Turnhalle, oder auf dem Freigelände sind Bestandteil unserer Kindergartenarbeit. Wir studieren Tänze ein oder bauen eine Bewegungsbaustelle auf. Auf der Kinderfarm haben wir sehr viele Möglichkeiten das Thema „Bewegung“ umzusetzen, daher steht jeder Gruppe ein Mal wöchentlich der Turnraum zur Verfügung.

 

Mathematische Erziehung

Unsere Welt steckt voller Mathematik. Kinder sind begeisterte Zähler: „Wie oft muss ich noch schlafen?“, „Ich bin 5 Jahre alt.“, „Ich kann schon bis 100 zählen!“ Wir geben den Kindern vielseitige Möglichkeiten, Beziehungen zu entdecken, Regelmäßigkeiten aufzuspüren und diese für sich zu nutzen. Uns geht es nicht um das Auswendiglernen von Zahlenreihen, sondern um das Interesse, z.B. für die Welt der Zahlen und den spannenden Umgang mit Mengen. Im Vordergrund aller mathematischen Aktivitäten steht immer die Freude am Tun. Sie motiviert die Kinder, Muster zu legen, Formen und Räume zu erfahren und ein Zahlenverständnis zu entwickeln. Wir arbeiten zusätzlich mit dem „Entenland“ und dem „Zahlenland“ von Prof. Preiß.

 

Freispiel

Das Freispiels ist für die ganzheitliche Entwicklung des Kindes ganz entscheidend. Im Tagesablauf wählen die Kinder ihre Tätigkeit aus und gehen spontan aufbrechenden Spielbedürfnissen nach. Sie suchen sich ihr Spielmaterial und ihre Spielpartner allein aus, setzen sich selbst Ziele und bestimmen von sich aus Verlauf und Dauer eines Spieles. Sätze wie: „Die spielen ja nur!“ oder Was können Kinder durch Spielen denn lernen?“ sind häufige Fragen. Spielen und Lernen gehören zusammen. Spielen ist ein Grundbedürfnis und zugleich eine lustvolle Betätigung für ein Kind. Im Spiel lernt ein Kind sehr viele Dinge: Kontakte knüpfen, Freunde finden, Kreativität, sich an Regeln halten, sich ausdrücken, Begriffe bilden, mit Frustration umgehen, Dinge ordnen, denken – kognitive Fähigkeiten entwickeln, Konflikte lösen, Rücksicht nehmen, körperliche Geschicklichkeit, Beobachten, sich konzentrieren, Gefühle mitteilen und ausdrücken, warten und zurückstecken, sich durchsetzen. Es befriedigt seine Neugier, seinen Nachahmungstrieb, emotionale Bedürfnisse und seinen Bewegungsdrang. In spielerischer Auseinandersetzung mit der Umwelt entfaltet das Kind seine Stärken und lernt gleichzeitig seine Fähigkeiten und seine Grenzen kennen. Im Umgang mit Spielpartnern gewinnt es soziale Reife und entwickelt Lebenstüchtigkeit. Die Beobachtung durch die Erzieher dient dazu, Bedürfnisse, soziale Beziehungen, Vorlieben und Fähigkeiten der Kinder und der Gesamtgruppe zu erkennen. Aufgrund dieser Beobachtungen werden in regelmäßigen Abständen, Entwicklungsgespräche mit den Eltern geführt.

Diese Spielphase erlaubt uns auf einzelne Kinder einzugehen, Hilfestellung oder Fördermöglichkeiten anzubieten.

 

Wertevermittlung

Das Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit und Werten erfährt das Kind in unserer Einrichtung. Unser Ziel ist es, den Kindern zu vermitteln, welche Bedeutung Werte für das eigene Verhalten haben. Unvoreingenommenheit, moralische Urteilsbildung und die Sensibilität und Achtung von Andersartigkeit und Anderssein sind ebenfalls Ziele unserer pädagogischen Arbeit. Durch tägliche Rituale wie zum Beispiel der Begrüßung und Verabschiedung oder der gemeinsamen Brotzeit vermitteln wir den Kindern gegenseitige Wertschätzung und Umgangsformen. Traditionelle Verankerung und das Leben im Jahreskreis bereichern zusätzlich.  Bei verschiedenen Angeboten lernen die Kinder Verantwortung und Wertschätzung von Leben, Natur und Gegenständen.

 

Gesundheitserziehung

Im  Rahmen der Gesundheitserziehung sollen die Kinder einfache Kenntnisse über Körperpflege und Hygiene erfahren. Die Bereitschaft zu einer gesunden Lebensweise und das Bewusstsein zur Verhütung von Krankheiten und Unfällen wird gefördert durch Hände waschen, gesunde Ernährung, Erleben von Esskultur und vielfältigen Projekten rund um dieses Thema.

 

Spracherziehung

Die Sprache ist eines der wichtigsten, zwischenmenschlichen Verständigungsmittel und bildet eine der bedeutendsten Grundlagen für die Persönlichkeitsentwicklung. Durch Sprache ist das Kind in der Lage, seine Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken und diese seinen Mitmenschen mitzuteilen. Des Weiteren stehen die Sprachentwicklung und die Entwicklung der Ausdrucksfähigkeit stets in engem Zusammenhang mit Wahrnehmung, Bewegung, Denkfähigkeit und emotionalem Wohlbefinden. Daher ist die ganzheitliche Sprachförderung mit allen Kindern ein wichtiger Bestandteil unserer täglichen Arbeit. Wir lernen z.B. zusammen mit den Kindern Gedichte, Reime und Fingerspiele und fördern somit den Sprachfluß und die Freude am Sprechen.

Unsere Raum- und Materialangebote sind vielfältig gestaltet und regen die Kinder zur Kommunikation an.

 

„Vorkurs Deutsch“ in Kooperation mit der Grundschule

Im Rahmen der interkulturellen Erziehung sehen wir die Mehrsprachigkeit und die Kontakte zwischen verschiedenen Kulturen, grundsätzlich als Chance und Bereicherung für die gesamte Gruppe. In der Praxis hat sich herausgestellt, dass nicht nur der Sprachstand der Kinder mit Migrationshintergrund sehr unterschiedlich ist, sondern auch der der deutschsprachigen Kinder. Deshalb ist die gezielte Sprachförderung in einer Kleingruppe Bestandteil unserer Arbeit geworden, damit ein optimaler Schulstart ermöglicht wird. Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit, Sozialordnung, Familie und Frauen, Schulen und Kindertagesstätten veranlasst den Vorkurs Deutsch durchzuführen. Voraussetzung ist die Einwilligung der Eltern. In Kooperation zwischen Kindergarten und Schule findet der Vorkurs Deutsch zweimal wöchentlich in den Räumen der Grundschule statt. Grundlage für diesen Kurs bildet eine Sprachstandsdiagnose (SELDAK-Test, SISMIK-Test), in dem der sprachliche Förderbedarf für den schulischen Anteil des Vorkurses festgestellt wird. Die enge Zusammenarbeit mit den Eltern unterstützt hierbei den Entwicklungsfortschritt des Kindes.

 

Partizipation

In der Pädagogik versteht man unter dem Begriff der Partizipation die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen bei allen das Zusammenleben betreffenden Ereignissen und Entscheidungsprozessen. Die Kinder verbringen einen großen Teil ihres Tages in der Kinderfarm. Uns ist es wichtig, den Alltag und das Zusammenleben gemeinsam mit den Kindern zu gestalten. Partizipation (= Teilhabe) basiert auf Demokratie, deren drei Grundwerte Freiheit, Gleichberechtigung und Solidarität sind. Partizipation ist ein wesentliches Element in unserer täglichen Arbeit, es bedeutet aber nicht, dass die Kinder alles dürfen! Es geht um das Recht der Kinder, ihre Meinung frei zu äußern und diese Meinung angemessen und entsprechend ihres Alters und ihrer Reife zu berücksichtigen. So werden bei uns z.B. Regeln zusammen mit den Kindern besprochen und vereinbart. Es wird abgestimmt, wie der Tag gestaltet wird und was unternommen werden kann. Aus Anregungen und Wünschen von Seiten der Kinder können Projekte entstehen, die mehrere Wochen dauern können. Die Kinder übernehmen außerdem bei uns Verantwortung wie z. B. den Tischdienstes oder sie helfen an Kochtagen mit.

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